Der vierte Bauabschnitt beginnt – Stadtkirche Sankt Nicolai

April 2021 - Kirchbauverein 4. Bauabschnitt
Ulrike Grötsch

Mitte April wurde das Gerüst für die Turmsanierung von Sankt Nicolai angeliefert und gestellt

Schmölln. In den vergangenen Wochen wurde an der Südfassade der Schmöllner Stadtkirche Sankt Nicolai ein Arbeitsgerüst gestellt.  Damit haben die Vorbereitungen für  die Errichtung des Gerüstes am Turm  und der vierte Bauabschnitt der Sanierung der Außenfassade begonnen.

Am Montag und Dienstag rollten die Lkws der Firma Eisenberger Gerüstbau mit Gerüstteilen an.  In zwei bauliche Schritte über zwei Jahre wird sich der vierte Bauabschnitt untergliedern, die Sanierung des Kirchturmes und  der Westfassade. Vor allen die Schäden an der Türmerstube sind besonders groß, berichtet Pfarrer Thomas Eisner, der froh ist,  dass die Vergabe für den vierten Bauabschnitt pünktlich erfolgte und die Gewerke nun loslegen können.

April 2021 - Kirchbauverein 4. Bauabschnitt
Ulrike Grötsch

Das Oktogon, also der achteckige Bau der in der Romanik und Gotik vor allem als Grundriss fürs Turmgeschoss Verwendung fand, und in diesem Fall die Türmerstube beherbergt, ist wegen seiner Statik gefährdet. Ein Achtel des Oktogons muss deshalb ausgewechselt werden. Eine herausfordernde Aufgabe. Zum Teil soll Fachwerk ersetzt werden. Wo kein Holz mehr vorhanden ist,  wird auf Anraten der Denkmalpflege Spritzbeton eingesetzt. Dort, wo die Zifferblätter angebracht sind und die Glocken hängen, soll in diesem Jahr saniert werden. Erst danach wird die gesamte Westfassade, samt Eingang der Kirche instand gesetzt.

Froh ist man, dass man den überaus maroden Zustand der Türmerstube beizeiten erkannt hat und die damit verbundenen zusätzlichen Arbeiten in die Planung aufnehmen konnte. Nicht auszudenken, wenn das erst bei den Baumaßnahmen bemerkt worden wäre und die damit verbundenen dann zusätzlichen Kosten  die Kirchgemeinde allein hätte tragen müssen.  Der äußerst schlechte Zustand sei dem Umstand geschuldet, dass  nach dem großen Stadtbrand von 1772, bei dem sogar laut Überlieferung die Kirchenglocken schmolzen, das Baumaterial an allen Ecken und Enden fehlte. Damals setzte man nur eine einfache Ziegelwand vor das Fachwerk. Vor allem auf der Nordwestseite ist das Fachwerk stark beschädigt. Viele mögen sich wundern, die die Türmerstube zum Tag des Denkmals oder zu Veranstaltungen des Kirchbauvereins besuchten, aber innen sind die Schäden nicht zu erkennen. Dabei hätte man mit einem Messer durch die Wände stechen können, berichtet Pfarrer Eisner. Dennoch hat der Oktogon  fast 250 Jahre gehalten, dank auch eines Außenputzes aus den 1980er-Jahren. Zuvor war der Regen stets durchgeschlagen.  935.000 Euro sind für den vierten Bauabschnitt, dem damit teuersten überhaupt, veranschlagt.  Allein die Baumaßnahmen, die für dieses Jahr anstehen, sind mit  650.000 Euro eingeplant.

Text & Bild: Ulrike Grötsch

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